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Anästhesie |
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Narkosen sind ein Thema, das mit vielen Ängsten, Fragen und
Unklarheiten behaftet ist. Diese Ängste sind verständlich, da es sich
bei jeder Form der Anästhesie um einen künstlich herbeigeführten
abnormalen Zustand handelt, der einem Laien ein bisschen unheimlich ist.
Auch für den Arzt darf und wird keine Narkoseform eine Lappalie sein,
sondern immer eine ernste und wohlüberlegte Tätigkeit. Aber auch hier
gilt, dass es inzwischen für die Tiermedizin hochmoderne, individuell an
Patienten und Erkrankungen angepasste Techniken gibt. Das macht die
Anästhesie so sicher und verträglich wie möglich.
Wir verfügen über sehr viel Wissen durch Ausbildung als auch Erfahrung
durch mehrere tausend Narkosen. Ebenso verfügen wir über die Mittel als
auch personelle und gerätetechnische Möglichkeiten, komplizierte
Anästhesien bei schwerkranken Tieren durchzuführen. Trotz alledem wird es aber nie eine Garantie in der Medizin, speziell
in der Anästhesie geben, weder in der Humanmedizin noch bei uns. |
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Narkosemittel und Narkosestufen: |
"DIE" Narkose gibt es ebenso wenig wie
"DAS"
Narkosemittel. Es existieren Dutzende verschiedener Medikamente mit
verschiedenen Wirkungen, Nebenwirkungen, Wirkungsdauer,
Verabreichungsformen und Interaktionen / Kombinationen untereinander.
Das alles noch für diverse Tierarten.Wir unterscheiden drei grössere
Gruppen: Schmerzmittel, Beruhigungsmittel und eigentliche Narkotika,
wobei letztere unterteilt werden in flüssige zur Injektion und
gasförmige zur Inhalation per Luftröhrentubus. Die grosse Kunst des
Anästhesisten ist es, passend für die Tierart und das Individuum,
passend für eine Erkrankung und passend für die geplante Tätigkeit
optimale Kombinationen an Mitteln zusammenzustellen. |
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Überwachung und Monitoring:
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Ein Patient in Narkose muss natürlich betreut werden.
Das betrifft einfachere Dinge wie die Regulation des
Flüssigkeitshaushaltes (Infusionen), der Körpertemperatur (Decken,
Wärmematten) oder nur bequemes druckfreies Liegen.
Aber auch der Zustand in Narkose und die Körperfunktion des Patienten
ändert sich ja dauernd und muss daher ständig überwacht und kontrolliert
werden. Das geschieht einerseits manuell durch einen Tierarzthelfer oder
Arzt (Puls, Atemrhythmus, Muskelspannung, Reflexe...) als auch durch
Geräte (Blutsauerstoffgehalt, Atemgaskonzentrationen, EKG, Blutdruck
...). Alles zusammen gibt uns sehr genaue Informationen zum Patienten.
Wir spritzen also nicht irgendetwas und sitzen dann machtlos daneben,
sondern wir kontrollieren und steuern die Narkose nach unseren Wünschen,
so tief und lange wir sie brauchen. |
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Aufwachphase und Nachbetreuung: |
Das ist wie beim Bergsteigen, man muss nicht nur rauf,
man muss auch wieder runter... Das Ziel ist ein allmähliches, kontrolliertes und schmerzgedämpftes
Aufwachen in ruhiger, warmer Umgebung. Auch das muss überwacht und
betreut werden, nicht mehr ganz so streng wie unter Narkose, aber immer
noch mit viel Arbeit und Knowhow.
Die Aufwachphase ist natürlich umso
länger und komplizierter, umso länger und tiefer die Narkose war und
umso schmerzhafter der Eingriff oder schwerer die Erkrankung ist.
Ein Patient darf erst nach Hause entlassen werden, wenn er wieder
wach und ansprechbar ist, mit normalisierten Körperfunktionen (z.B.
Temperatur), transportfähig und mit beherrschten Schmerzen. |
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Kosten und Risiko: |
Im Gegensatz zum Menschen gibt es bei uns in der Tiermedizin noch mehr
Indikationen für Anästhesie, da unsere Tiere nun mal nicht vernünftig
sind und auf Befehl wirklich still halten. Eine Narkose welchen Grades auch immer ist also bei sehr vielen
Tätigkeiten vonnöten bzw. in den Kosten enthalten.
Da aber eben „die“ Narkose so individuell ist, kann hier keine Aussage
zu Risiken und Kosten getroffen werden, eine Beratung kann erst sinnvoll
während der Konsultation in der Praxis erfolgen. |
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