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O je, ein heikles Thema.....
Jede Nacht befinden sich mehrere Patienten bei uns in der Praxis. Entsprechend
viel Pflegeerfahrung hat auch unser ganzes Team.Geschätzt dürften wir
also über 1000 Übernachtungen pro Jahr haben. Und mindestens 990 mal
hören wir zuvor den Satz: „Aber der oder die Arme war doch noch nie
alleine, das geht nicht......“ Wir haben das die letzen paar tausend Mal
geschafft, wir sind zuversichtlich, dass wir es auch die nächsten paar
tausend Mal zu aller Zufriedenheit hinkriegen werden...
Diese fürsorglichen Gedanken sind normal und verständlich, aber in
dieser Situation natürlich fehl am Platz. Wir behalten die Tiere ja aus
wichtigen medizinischen Gründen hier. Diese Patienten sind krank oder
frischoperiert, und das Management und die benötigte Pflege ist für den
Besitzer zuhause unmöglich durchzuführen. Sobald das wieder ungefährlich
für den Patienten und medizinisch seriös möglich ist, werden die Tiere
auch entlassen.
Die korrekte und konsequente Nachbetreuung macht meist einen grossen
Teil des Behandlungserfolges aus, und wir nehmen diesen Teil unserer
Arbeit, wie alles andere auch, eben sehr ernst. Rein rational wissen das
die Tierbesitzer selbstverständlich, müssen sich aber manchmal
überwinden, mit ihren persönlichen Emotionen zum Wohle ihres Patienten
zurückzustehen. |
Fakten bzw. technische Abläufe: |
Die Dauer des Aufenthalts richtet sich wie beschrieben nach
medizinischen Notwendigkeiten. Normalerweise telefonieren wir einmal
täglich und sprechen über den aktuellen Zustand des Patienten, über
mögliche Trends und Entwicklungen, weitere Vorgehensweisen oder eben den
Zeitpunkt des Nachhausegehens.
Während des Aufenthalts bei uns sind die Tiere in gemauerten und
gefliesten Einzelboxen ihrer Grösse entsprechend untergebracht. Dort
haben sie ihre Decken, Wärmflaschen, Katzenkörbe etc und verbringen
entsprechend uns Menschen im Krankenhaus ihre „Bettruhe“. Je nach der
Erkrankung sind sie an verschiedene Geräte angeschlossen wie Infusomaten,
Inhalationsverdampfer, Sauerstoffbeatmer, werden nach Bedarf und
Verträglichkeit gefüttert und bekommen ihre täglichen Medikamente
intravenös oder oral. Die Pflegearbeit ist sehr vielfältig und
aufwändig: Festliegende Patienten müssen gewendet und geduscht werden,
Patienten ohne selbständigen Harnabsatz müssen katheterisiert werden,
gelähmte Tiere werden physiotherapeutisch betreut und manche müssen von
Hand gefüttert werden. Die Hunde werden regelmässig ausgeführt, Katzen
kriegen ihr Kistchen. Unsere AssistenzärztInnen wohnen im Haus und
können daher sehr gut nach den Tieren sehen.
Wie bei uns Menschen gibt es Zurückhaltende und Kämpfernaturen, Stille
Leider und Laute Jammerer, Liebe Schmuser und Alte Grantler, Lustige und
Traurige. Mit Übung und Erfahrung kann man diese individuellen
Charakterzüge sehr schnell erkennen und darauf eingehen. Auch wenn wir
es nicht beweisen können, denken wir doch, dass die allermeisten Tiere
erkennen, dass die benötigten „Plagereien“ der Behandlungen nicht aus
böser Absicht geschehen, sondern sie akzeptieren den ruhigen und
professionellen Umgang zu ihrer Hilfe viel problemloser, als man sich
gemeinhin vorstellt. |